TUI Fly verweigert Entschädigungen

TUI Fly FlugausfälleAblehnung von Entschädigungen ungerechtfertigt?

Tausende Passagiere sind von den Flugausfällen und Verspätungen bei TUI Fly der letzten Tage betroffen. Die Gesellschaft verweigert beharrlich eine Entschädigung der Passagiere. Ohne anwaltlichen Beistand lassen sich die Passagierrechte kaum durchsetzen. Oftmals hilft das anwaltliche Forderungsschreiben, aber auch anschließende Klagen sind fast immer erfolgreich.

TUI Fly beruft sich in einem Statement vom 6.10.2016 darauf, dass krankheitsbedingte Crew-Ausfälle den Umstand der höheren Gewalt entsprechen und es somit keine Entschädigungsansprüche bei Flugverspätungen oder Flugausfällen gebe.

Dies ist strittig. Bereits 2014 hat das AG Düsseldorf ( AZ 37 C 15236/14) hervorgehoben, dass ein krankheitsbedingter Personalausfall keinen außergewöhnlichen Umstand darstellt. Krankheitswellen zählen auch bei Airlines zu den normalen Betriebsrisiken. Die betroffenen Passagiere haben Anspruch auf Entschädigung gem. EU-Fluggastrechte-Verordnung. Allerdings handelte es sich bei diesem Fall um den Ausfall eines einzelnen Crew-Mitgliedes. Im jetzigen Fall stellt sich daher die Frage, ob die Krankheitswelle nicht als Streik zu werten ist. Ist dies so, hat der BGH bereits 2012 entschieden ( Az.: X ZR 138/11), dass Streiks außergewöhnliche Umstände im Sinne des Art. 5 Abs. 3 der Fluggastrechteverordnung sein können, aber nicht müssen. Sollte das Ereignis als “wilder Streik” bewertet werden, ist die Entscheidung offen, ob dieser als außergewöhnliches Ereignis zu bewerten ist. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass man nur auf dem Klagewege zu seinem Recht kommen kann. Die Einschaltung eines Anwaltes ist hierbei unerläßlich.

Bis zu 600,– Euro Entschädigung kann nach EU-Recht eine Verspätung, Annullierung oder Überbuchung Ihres Fluges bringen. Hierbei ist die Flugstrecke für die Höhe der Entschädigung entscheidend. Die Forderung kann bis zu 3 Jahre rückwirkend geltend gemacht werden.

 

Anwaltsoforthilfe

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